Gibt es Pyramiden in Bosnien?

Mystische Hügel inmitten von Bosnien verbergen uralte Pyramiden. Noch immer ist es ein Rätsel, wer diese Tunnelsysteme erbaut hat, wofür sie stehen und wozu sie genutzt wurden. Eine Reise bringt Esther und Tom etwas näher an den geheimnisumwobenen Ort.

Gastbeitrag von Esther und Tom

Habt ihr schon von den Pyramiden in Bosnien gehört? Vermutlich nicht, und so geht es den meisten Menschen in Westeuropa, so auch Tom. Doch Esther kannte aus verschiedenen Kanälen erstaunliche Berichte: In Visoko, zirka 25 Kilometer nordwestlich von Sarajevo, würden mehrere Pyramiden stehen, die so alt sind, dass sie inzwischen von der Natur überwachsen sind. Es heisst, die Pyramiden seien nicht natürlichen Ursprungs, sondern konstruiert und gebaut – und mysteriös.

Starke Kräfte und Heilwirkungen

Ein Team unter der Leitung von Dr. Semir Osmanagich – genannt Sam – ein Anthropologe und Professor, arbeitet schon seit mehr als 15 Jahren daran, Pyramiden und Tunnels zu erforschen. Bereits wenig Recherche im Internet zeigt die Bandbreite des umstrittenen Themas: von wissenschaftlichen Arbeiten in seriösen Publikationen über erstaunliche Erfahrungsberichte von Menschen, die dort starke Kräfte oder sogar Heilwirkungen spüren, bis hin zum kompletten «Esoterik-Hetzartikel» auf Wikipedia.

Laune der Natur oder antikes Weltwunder?

Das Thema interessierte uns beide, doch was soll man davon halten? Eine Laune der Natur oder ein antikes Weltwunder? Der Sommer und die Ferien standen bevor – und so setzten wir uns ins Auto, um uns in Bosnien selbst ein Bild zu machen. Wir, das sind Esther und Tom, ein Paar um die 50. Die weibliche Seite in geistigen Themen sehr erfahren und als Beraterin und Heilerin tätig; das männliche Element ist Ingenieur, in Naturwissenschaften geerdet, aber frei im Geist. Beide tragen wir Neugierde im Herzen für die wichtigen Fragen auf dieser Erde. Zudem sind wir Graswurzler aus dem Baselbiet. Nach drei Tagen Fahrt kamen wir inmitten der malerischen, bewaldeten Landschaft – ähnlich dem Schweizer Jura – in Visoko an.

Höher als die Cheops-Pyramide in Ägypten

Und nun zur Sonnenpyramide, der «Bosanska pyramida sunca». Tatsächlich, zwischen unserem Schlafplatz und dem Städtchen erhebt sich ein Hügel, der aussieht wie eine Pyramide. Mit 220 Meter über dem heutigen Gelände übertrifft er in Höhe und Volumen die Cheops-Pyramide in Ägypten (147m) deutlich. Die Nord- und Ostseite (Bild 1) sind intakt; im Westen hat sich ein Hügelkamm gebildet und die Südseite ist erodiert. Die Ostseite ist ebenso präzise Nord-Süd ausgerichtet wie bei der Cheops. Im Tal stehen drei weitere, etwas kleinere, erodierte Pyramidenhügel: Die Pyramide des Monds, die Pyramide der Liebe und die Pyramide des Drachens. Alle Bauwerke liegen exakt auf einer Fibonacci-Spirale – der Goldene Schnitt – von der Flussmündung am Ort ausgehend.

Künstliches Konstrukt

An einigen Stellen der bewachsenen Pyramide wurden Vegetation und Erde abgetragen. Nach wenigen Metern kommen rund 50 Zentimeter dicke Platten zum Vorschein. Zuerst eine Schicht, darunter Erde und dann eine zweite Schicht. Die Platten sind unregelmässig geformt und die riesige, 45-Grad-geneigte Seite der Pyramide, ist wie ein passgenaues Mosaik. Das Material ist keine bekannte Gesteinsform und sieht im Querschnitt wie grober Beton aus. Es besteht aus dem Aushub der Tunnels, mit geschmolzenem Ton aus dem Tal gehärtet. Materialinstitute in West- und Osteuropa bestätigen, dass es ein künstliches Konstrukt ist, mit einer höheren Härte als heutiger Baubeton und besser in der Stabilität (Bild 2 & 3).

Sind unsere Geschichtsbücher nicht präzis?

Die Pyramide besitzt eine doppelte Hülle aus einer Art Betonkeramik. Mit verschiedenen Methoden von mehreren Forschungsinstituten, wurde das Alter des Gesteins und der Organik in der Zwischenschicht bestimmt und ein Alter von 29 000 – 34 000 Jahren ermittelt!

Nun ist sonnenklar, warum dieser Forschung so grosse Brisanz zukommt. In der Gesichtsschreibung gibt es in jener Zeit keine Kultur in Bosnien, die Technik oder Möglichkeiten gehabt hätte, solche Bauwerke zu errichten. Vielleicht war es ja jemand anders und unsere Geschichtsbücher sind nicht präzis? Wir wollen hier nicht spekulieren; jeder soll sich selbst seine Meinung bilden; die unsrige haben wir erst vor Ort gemacht!

Signal strahlt ins Weltall

Doch wie sieht das der Historiker oder gar ein Ägyptologe, dessen 4500-jährigen Pyramiden nicht mehr die grössten, noch die ältesten auf dem Planeten sind? Und auch noch von einem Professor im osteuropäischen Bosnien entdeckt? Damit ist der volle Gegenwind im Mainstream nachvollziehbar, denn sowas kann und darf ja nicht sein! Aus diesem Grund erhält das Projekt kaum Unterstützung von der Regierung und ist privat finanziert – Behörden und Besitzer verhindern das weitere Freilegen der Pyramide.

Am Morgen stiegen wir auf die Spitze der Pyramide, auf der während Jahrhunderten die Herrscher der Region gekrönt wurden. Die Bosnier waren sich wohl der Bedeutung des «Hügels» bewusst. Dass an der Spitze ein elektro­magnetisches Signal mit Frequenz 28kHz austritt und ins Weltall strahlt, konnten wir nicht selbst messen – das haben andere bereits getan. Das wirft spannende Fragen auf, woher das Signal kommt. Mehr noch: für wen ist es bestimmt? Der Ort ist so schön, sodass wir am Abend zur Sonnenwende nochmals hochgestiegen sind, um den Sonnenuntergang und das Eindunkeln zu geniessen (Bild 4 ).

Das Tunnellabyrinth «Ravne»

Neben der Sonnenpyramide steht die stärker erodierte Mondpyramide. Ebenfalls an mehreren Stellen abgedeckt, werden zwei Schichten sichtbar, die aus keramischen Platten bestehen. Der Ton stammt aus dem Tal und ist über 10 000 Jahre alt. Diese sind wasserdicht verlegt und der Pyramidenhügel ist «doppelt geplättelt» (Bild 5). Es wird vermutet, dass dieser zum Sammeln und Reinigen von Wasser diente.

Fast zwei Kilometer von der Sonnenpyramide entfernt, befindet sich der Eingang in ein verzweigtes Tunnellabyrinth, genannt «Ravne». Es erstreckt sich über eine noch unbekannte Distanz in Richtung Pyramide. Möglicherweise bis zu den Hohlräumen im Innern der Pyramide, die mittels Sonartechnik entdeckt wurden. Die Wände der Gänge bestehen aus Konglomerat natürlichen Ursprungs (Bild 6). Weil das Material identisch mit den Betonplatten ist, wird das Alter der Gänge und der Pyramide gleich geschätzt. In den Tunnels befinden sich auch metergrosse keramische Steine (Bild 7). Diese sind deutlich grösser als die Tunnels und wurden bei mehr als 500°C gebrannt. Sie markieren Wasseradern; doch wie kamen sie dorthin und wie wurden sie dort hergestellt?

Ist die Menschheit dafür bereit?

Erstaunlich genug, dass vor so langer Zeit ein kilometerlanges Tunnellabyrinth gegraben wurde. Noch erstaunlicher ist, dass vor rund 5000 Jahren alle Tunnels bis oben hin mit Erde gefüllt, und die vielen Verzweigungen zugemauert wurden. Niemand weiss für sicher, wer es getan hat und warum. Sicher ist, dass es eine schier unmögliche Arbeit war für die damalige Zeit. Kein einfaches Unterfangen für das Ausgrabungsteam, das aus freiwilligen Helfern besteht, um das Tunnelsystem wieder freizulegen. Es ist noch unklar, wie lange es noch dauern wird, bis das Innere der Pyramide erreicht wird. Es stellt sich die Frage: Sind wir als Menschheit überhaupt bereit, liebevoll und friedlich mit dem umzugehen, was wir dort vorfinden werden?

Tunnelsystem lädt zum Meditieren ein

Wir haben das Tunnelsystem mehrfach besucht. Nach einer ersten Führung können weitere Besuche allein gemacht werden. Die Gänge winden und verzweigen sich; in Luftlinie befindet man sich bis 400 Meter tief im Berg. Zum Glück ist die Richtung zum Ausgang an jeder Verzweigung ausgeschildert. Kraftvolle Plätze laden zum Meditieren oder einfach zum SEIN ein, und das bei 40 000 Bovis-Einheiten. Obwohl das System nur einen kleinen Ein- und Ausgang hat – 1.5 Meter in Breite und Höhe – bleiben die Temperaturen das ganze Jahr konstant bei 12-13°C, 85% Luftfeuchtigkeit und 20.4% Sauerstoffgehalt. Und das, obwohl die Anlage von Tausenden besucht wird. Die Tunnels haben keine Lücken oder Spalten – trotzdem ist die Luft stets frisch und es atmet sich leicht und ohne Beklemmung. Die Wände haben runde Kieselsteine und schlucken jeglichen Schall. Und wenn man dann allein in sich ruht, in der kühlen Stille tief unter dem Boden, in uralten Tunnels, gebaut von «wer weiss wem», können wir dieses Erlebnis nicht in Worte fassen.

Fünftägiges Festival mit Sam

Dr. Sam’s Team hat um die Tunnels herum einen kleinen Freizeitpark in einem kleinen Tal gebaut. Mit spirituellen Spielen, Waldwanderwegen und einer Arena. Das zieht jeden Tag Hunderte von Touristen an, fast alle aus Osteuropa. In diesen Ländern sind die Bosnischen Pyramiden ein beliebtes Ausflugsziel. Da gerade Sonnenwende war, fand ein fünftägiges Festival statt. Dort durften wir Sam an einem Vortrag hören. Doch der war natürlich auf Bosnisch! Nach einer Viertelstunde verliessen wir die Runde, nicht ohne an den Schlagworten erkannt zu haben, über was er sprach: Über die heutige Zeit und die Spirale der Angst, aber auch über die Zukunft, selbst die «Akasha-Chronik» erwähnte er.

Eine neue Welt entsteht

Wir haben an diesem Ort einige neugierige, offene und kritische Besucher kennengelernt, die selbst denken. Beispielsweise erzählte uns ein Slowake von den neuen Bewegungen in seinem Land, was doch sehr an Graswurzle erinnerte. Es hat uns Mut gemacht, zu hören, dass in so vielen Ländern neue Gruppen entstehen und dadurch eine neue Welt entstehen kann.

Nachdem wir uns selbst ein Bild von den Bosnischen Pyramiden und den Tunnelsystemen machen konnten, fuhren wir voller Energie, und mit neuen Erfahrungen im Gepäck, weiter ans Meer.

Text: Esther und Tom, Lokalgruppe Baselbiet-Dorneck

Bild 1 (Google Earth)
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Bild 6
Bild 7

6 Kommentare zu „Gibt es Pyramiden in Bosnien?

  1. Vielen herzlichen Dank für den Bericht.
    Wir, mein Mann und ich, waren bereits zwei Mal bei den Pyramiden. Wir konnten direkt am Fusse der Sonnenpyramide nächtigen in der wirklich tollen Lodge. Wir können diese jedem sehr empfehlen. Vor allem Stefan Gruschwitz leistet mit seiner Arbeit wichtige Beiträge für das Bekanntwerden der Pyramiden. Er selber bietet Touren und Seminare vor Ort an:
    http://www.geoviva.de

  2. Wow, was für ein Zufall. Wir waren genau zum gleichen Zeitpunkt dort: Sonnwende!

    Danach sind wir ein paar Tage dort geblieben und sind immer tiefer in die Mysterien eingetaucht und mit dort wirkenden Menschen in Kontakt gekommen.

    Wir würden uns freuen mit einer Gruppe wieder dorthin zu Reisen und auch als Volunteers dort mitzuwirken

  3. Danke für den Bericht! Sehr interessant.
    Und noch interessanter wird es, wenn man weiter liest und die Geschichte von verschiedenen Seiten erzählen lässt.
    Kleine Frage: Auf welchem Gebiet hat Semir Osmanagić eigentlich seinen Doktortitel gemacht?

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